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Kann man sich trotz Aidsgefahr an der Liebe freuen?






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Christian Bachmann

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Ja. Zärtlichkeit ist risikofrei, und gegen Risiken kann man sich schützen.

Zwei Menschen, die sich lieben, können viele Zärtlichkeiten austauschen und dabei vor HIV völlig sicher sein. Sie können sich umarmen, küssen, miteinander schmusen. Sie können sich streicheln und aneinander reiben - auch an empfindlichen Körperstellen wie den Geschlechtsorganen. Dieses «Petting» kann sehr lustvoll und befriedigend sein, der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Für Paare, die die Freuden des Liebesspiels entdeckt haben, ist es mehr als nur ein Vorspiel zum Geschlechtsverkehr.

Wer mit seiner Partnerin oder seinem Partner vorurteilslos über sexuelle Dinge sprechen kann, erlebt wahrscheinlich schönere Stunden der Liebe. Beide können einander mitteilen, was sie besonders gerne mögen, was sie am liebsten tun oder lassen möchten. Auf diese Weise Gefühle und Gedanken auszutauschen, stärkt eine Liebesbeziehung. In einer solchen Beziehung ist Sexualität wohl eine wichtige, aber nicht die einzige Seite einer Partnerschaft.

Beim Geschlechtsverkehr können auch Risiken entstehen!

Risiken können entstehen, wenn das erregte (und deshalb steife) männliche Glied in die Scheide oder eventuell in den After eindringt, also beim Geschlechtsverkehr. Die Schleimhaut des männlichen Gliedes reibt sich dabei intensiv an der empfindlichen Schleimhaut der Scheide oder auch des Enddarmes. Durch beide Schleimhäute können Erreger in den Körper gelangen. Ausserdem ist die Schleimhaut des Enddarmes dünner und durchlässiger als jene der Scheide. Meistens kommt es beim Geschlechtsverkehr zum Erguss von Samenflüssigkeit. In dieser können neben gesunden Samenzellen auch HIV-befallene Zellen vorkommen, falls der betreffende Mann angesteckt ist. Über die Schleimhaut gelangen sie in die Blutbahn der Frau. Ist die Frau angesteckt, können virushaltige Zellen in der Scheidenflüssigkeit und im Menstruationsblut vorhanden sein oder aus kleinsten Verletzungen ihrer Vaginalschleimhaut austreten. Dabei können sie auf den Mann übertragen werden.

Beim Geschlechtsverkehr kann also HIV in beiden Richtungen übertragen werden: vom Mann auf die Frau ebenso wie von der Frau auf den Mann und beim homosexuellen Geschlechtsverkehr von Mann zu Mann.

Die Pille schützt nicht vor Aids!

Wer leidenschaftlich erregt ist, hat es oft schwer, an Verantwortung zu denken. Bis vor wenigen Jahren ging es vor allem darum, eine unerwünschte Schwangerschaft zu verhüten. Mit der Pille haben viele dieses Problem auf einfache Weise gelöst. Doch gegen Aids kann die Pille nicht schützen. Präservative (siehe auch Seite 13) schützen vor Schwangerschaft und gegen Ansteckung mit HIV und anderen Krankheitserregern. Samentötende Präparate (Spermizide) können, zusammen mit Präservativen angewendet, zusätzliche Sicherheit bieten, da sie auch Viren abtöten können. Spermizide sind erhältlich als Scheidenzäpfchen und als Schaumpräparate; auch einige Präservative sind mit Spermiziden behandelt. Wer sich sicher schützen will, muss Präservative richtig und konsequent anwenden. Vielleicht bedeutet dies, persönliche Lebens- und Liebesgewohnheiten ändern.

Aids betrifft uns alle. Jugendliche und Erwachsene. Heterosexuelle, Homo- und Bisexuelle. Es hat keinen Sinn, dies nicht wahrhaben zu wollen und sich einzureden, Aids sei nur ein Problem der anderen.

Wissen und risikobewusst Handeln schützen vor Aids. Deshalb ist es wichtig, mit der Partnerin, mit dem Partner über alle Aspekte einer Beziehung offen und ehrlich zu reden, auch über heikle Bereiche wie mögliche Risiken in der Vergangenheit. Partner, die offen darüber reden, welche Spielarten und Verhaltensweisen des Sexuallebens mit einem möglichen Risiko verbunden sind, können Unsicherheiten - zum Beispiel auch im Umgang mit Präservativen - viel besser überwinden und sich gemeinsam wirksamer schützen.

© Christian Bachmann

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