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Jung bleiben in jedem Alter






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Christian Bachmann

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Man ist so jung, wie man sich fühlt. So lassen sich dem Alter positive Seiten abgewinnen. Es ist lohnt sich, früh genug darüber nachzudenken.

Die «jungen Alten»

Die Alten sind nicht mehr, was sie früher einmal waren. Heute gibt es die «jungen Alten»; so nennen sich Menschen bis siebzig und mehr. Viele von ihnen leben aktiv, ja sogar flott. Sie gründen Unternehmen in einem Alter, in dem andere sich zur Ruhe setzen. Jung Gebliebene wollen nicht «alt» genannt werden. Auch die Pro Senectute, die Schweizerische Stiftung für das Alter, vermeidet in ihrem Leitbild dieses Wort: Sie setzt sich für das Wohl der «älteren» Menschen ein.

Ein «junger Alter» ist zum Beispiel der Zürcher Sozial- und Präventivmediziner Meinrad Schär (73). An seinem Uni-Institut, das er bis 1987 leitete, hat er noch immer ein Büro, in dem er regelmässig anzutreffen ist. Er kritisiert Menschen, die «wie Bettler am Wegrand sitzen und auf das Almosen der Gesundheit warten». Zum eigenen Glück haben immer mehr Menschen gemerkt, dass sie für ihre Gesundheit selbst verantwortlich sind, und dass lange jung bleibt, wer aktiv ist.

Alter – positiv gesehen

Das Alter braucht kein Schreckgespenst zu sein. Es bietet auch Vorteile. Wer nicht mehr im doppelten Stress von Beruf und Familie steht, hat mehr Zeit und weniger Pflichten. Die Lernfähigkeit bleibt bei gesunden Menschen bis ins hohe Alter erhalten; viele lernen mit siebzig noch neue Sprachen. Der Erfahrungsschatz eines ganzen Lebens steht auf Abruf und macht alte Menschen in vielen Lagen den jüngeren überlegen. Das Langzeitwissen kann fast unbeschränkt zunehmen, nur das Kurzzeitgedächtnis zeigt mit der Zeit Schwächen. Doch diese lassen sich ausgleichen. Wer vorsorgt, ist auch den Nachteilen des Alters nicht hilflos ausgeliefert: Zwar nimmt die Fitness ab, doch Sport kann sie auf einem Niveau halten, das eine gute Lebensqualität ermöglicht. Das Gedächtnis ist nicht mehr so schnell wie früher, doch durch Lernen lässt es sich trainieren. Wer seinen Freundeskreis pflegt, wird auch im Alter nicht an Vereinsamung leiden.

EVIDENZIA und Pro Senectute

Pro Senectute und EVIDENZIA haben begonnen, vorerst im Kanton Bern enger zusammen zu arbeiten. Nach diesen Erfahrungen soll die Zusammenarbeit später auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden.

Im Sportbereich gibt es immer wieder neue Angebote, wie zum Beispiel das Minitennis. Dieses Spiel mit Softball und Tennisschläger auf einem verkleinerten Spielfeld ist für Ältere geradezu ideal. Auch Selbstverteidigung ist nicht auf Junge beschränkt. Die Beratungsstellen Bern-Land und Lyss bieten im Herbst erstmals Selbstverteidigungskurse für Senioren an.

Über Hard- und Software mitreden können – wer das will, kann in Lyss oder in Spiegel bei Bern einen Senioren-Computerkurs besuchen. Viele Männer haben nie kochen gelernt und möchten das gerne nachholen. Es ist nie zu spät: Im Herbst beginnen in der Stadt Bern Kochkurse für Männer.

Vorbereitung auf den Ruhestand

Zur Zeit plant die EVIDENZIA zusammen mit Pro Senectute des Kantons Bern für ihre Mitglieder einen Kurs zur Vorbereitung auf den Ruhestand. Er soll noch in diesem Jahr stattfinden. Zur Sprache kommen Themen wie Gesundheit, Ernährung, Alter, Erbrecht und Finanzen. Daneben sprechen sich die Teilnehmer auch über Fragen der Lebens- und Alltagsgestaltung wie Wohnen, Freizeit, Partnerschaft und Konflikte aus. Hilfe und Selbsthilfe sind ganz wesentlich. Daneben gibt es Gelegenheit, Erfahrungen bei Spiel und Bewegung zu machen.

«Mit diesen Kursen sollen die Teilnehmer die Bedingungen und Aufgaben des zukünftigen Lebensabschnittes so frühzeitig kennenlernen, dass sie genügend Zeit haben, Vorkehrungen in verschiedenen Bereichen zu treffen», umschreibt Marcel Schenk, Geschäftsleiter der Pro Senectute Kanton Bern, das Ziel dieser Kurse. «Es kann nicht darum gehen, Rezepte zu geben. Wir wollen aber auf einige Punkte, die das Älterwerden mit sich bringt, aufmerksam machen und die Teilnehmer ermutigen, sich mit diesem neuen Lebensabschnitt auseianderzusetzen.»

Freundeskreis aufbauen

Das Berufsleben bringt zwar oft Stress und Konflikte, aber auch die vielen Kontakte, die nach der Pensionierung wegfallen: Kontakte zu Kollegen, Vorgesetzten, Kunden und Lieferanten.

Für das persönliche Wohl ist es also wichtig, schon vor dem Ruhestand neue Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen. Dies läuft oft über gemeinsame Interessen. Seien Sie Offen für Neues, entdecken Sie wieder alte Neigungen und Fähigkeiten, die Sie vielleicht in Ihrem Leben zurückstellen mussten.

Viele Möglichkeiten, sich mit gleich Gesinnten zu treffen, bieten die Angebote der Pro Senectute in der ganzen Schweiz (siehe Kasten).

Alter und Gesundheit

Alter ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Vorgang. Viele Funktionen des Körpers sind zwar eingeschränkt, doch genügen sie noch immer für eine gute Lebensqualität bis ins hohe Alter. Voraussetzung ist, dass Sie aktiv bleiben und bereit sind, etwas für Ihre Gesundheit zu tun. Es gibt vier goldene Regeln:
- viel Bewegung
- angepasste Ernährung
- kontrollierter Konsum von Genussmitteln und Medikamenten
- ausgewogener Wechsel zwischen Spannung und Entspannung.

Ernährung im Alter

Ein siebzigjähriger Mensch benötigt etwa 30 Prozent weniger Kalorien als ein Dreissigjähriger. Nutzen Sie also die Chance, weniger, dafür besser zu kochen und zu essen. Leichte Zwischenmahlzeiten sind bekömmlich für die Verdauung. Meiden Sie schwere Mahlzeiten am Abend. Ältere Menschen brauchen viel Vitamine und Mineralstoffe, um fit und gesund zu bleiben. Essen Sie also viel Obst und frisches Gemüse. Milch und Milchprodukte liefern Kalzium für die Knochen. Auch Hülsenfrüchte und Nüsse, Fleisch, Leber und Getreide enthalten wichtige Spurenelemente.

Eiweiss ist wichtig für die ständige Erneuerung der Zellen. Da aber eiweissreiche Nahrungsmittel wie Käse und Fleisch oft auch viel Fett enthalten, ist auf die «unsichtbaren» Fette besonders zu achten. Verwenden Sie hochwertige, ungesättigte Öle zum Kochen und Backen. Schränken Sie den Zuckerkonsum ein, um die Gefahr des Altersdiabetes zu bannen.

Trinken ist lebenswichtig!

Der menschliche Organismus benötigt täglich etwa zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit. Rund die Hälfte davon ist in festen Speisen enthalten. Bei Mangel an Flüssigkeit nimmt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit stark ab. Im Alter lässt das natürliche Durstgefühl oft nach. Es genügt deshalb nicht, auf den Durst zu warten. Gewöhnen Sie sich an, regelmässig zu trinken. Am besten sind Tee, Kräutertee, Frucht- und Gemüsesäfte, ungezuckertes Mineralwasser und Magermilch. Alkoholische Getränke auf ein Glas täglich beschränken.

Sport im Alter

In der Schweiz gibt es über hunderttausend ältere Menschen, die in Gruppen Sport treiben. Eine sehr gute Möglichkeit dazu bieten unsere X-Line-Kurse «Gesundheitsförderung durch Sport» (siehe Seite ...). Sie sind auch für ältere Teilnehmer zugeschnitten.

Auch die Pro Senectute hat mit dem Angebot «Alter und Sport» eine Dienstleistung speziell für ältere Menschen geschaffen. Die Kurse umfassen intensives oder gemütliches Körpertraining, Gymnastik in Heimen, Schwimmen, Tanzen, Wandern und Langlauf. Sie werden von speziell ausgebildeten Fachkräften geleitet. Das Angebot in den einzelnen Kantonen ist unterschiedlich. Auskunft erteilen die kantonalen oder regionalen Bürus der Pro Senectute.

Der wichtigste Grundsatz beim Alterssport heisst: kürzer treten, sich nicht über-, aber auch nicht unterfordern. Ein gutes Mass ist die Pulsfrequenz: Sie sollte für Ausdauerbelastung 180 minus Lebensalter betragen. Besonders wichtig ist auch die Erholung nach der Anstrengung. Erholungsförderndes Training ist: lockeres Auslaufen und Ausschütteln der Glieder, Dehnübungen, Warmwasserbäder und Sauna, Massage und Selbstmassage.

© Christian Bachmann

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