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Medikamente: Erst denken, dann schlucken






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Christian Bachmann

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Zu einem Medikament gehört mindestens ein Wirkstoff - daneben aber auch präzise Information, wie das Medikament anzuwenden ist, wie es wirkt und welche Nebenwirkungen es haben kann. Die folgenden Informationen stammen aus der Packung «Medi-Minus forte» der Erklärung von Bern.

Für gute Information braucht es das Gespräch mit den Fachleuten in der ärztlichen Praxis oder in der Apotheke. Wichtig ist zum Beispiel, welche anderen Mittel Sie regelmässig nehmen. Verlangen Sie in der Apotheke den Medikamentenpass des Schweizerischen Apothekervereins. Bei Frauen ist wichtig, ob sie schwanger sind oder stillen. Merken Sie sich, auf welche Mittel Sie einmal allergisch reagiert haben und teilen Sie dies dem Arzt oder Apotheker mit. Bei folgenden Leiden kann es ratsam sein, auf bestimmte Mittel (gegen andere Krankheiten) zu verzichten oder diese sehr vorsichtig zu dosieren: Asthma, erhöhter Blutdruck, Schwindel, Verstopfung, Störungen der Nieren oder der Leber, Magen- oder Darmgeschwüre, Zuckerkrankheit, Harnverhalten.

Lassen Sie sich, bevor Sie ein bestimmtes Medikament anwenden, die folgenden zehn Fragen beantworten:

  • Welche Wirkstoffe enthält es?
  • Soll es die Ursachen bekämpfen oder nur Folgen der Krankheit lindern?
  • Wann und wie ist es einzunehmen bzw. anzuwenden?
  • Wie kann ich feststellen, ob es wirkt?
  • Was tun, wenn es nicht wirkt oder wenn ich vergessen habe, es zu nehmen?
  • Was geschieht, wenn ich es nicht nehme?
  • Wie lange ist es zu nehmen, wenn zum Beispiel bald eine Besserung eintritt?
  • Welche Nebenwirkungen können eintreten, und was ist dann zu tun?
  • Darf ich gleichzeitig andere Mittel nehmen, Alkohol trinken, alles essen, Auto fahren?
  • Kann ich mich auch anders behandeln lassen?

Schlaf- und Beruhigungsmittel
Häufige Marken: Seresta, Termesta, Lexotanil, Tranxilium, Rohypnol, Dalmadorm, Dormicum, Halcion, Mogadon, Librium, Valium. Die meisten dieser Mittel enthalten Benzodiazepin als Wirkstoff. Benzodiazepin kann abhängig machen. Versuchen Sie die Ursachen der Störung (Stress, Schicksalsschlag, Schmerzen usw.) zu erkennen und anzugehen. Unruhe kann so wieder verschwinden. Im Alter reichen 5-6 Stunden Schlaf. Nehmen Sie Benzodiazepine nur wenige Wochen regelmässig und nur unter ärztlicher Kontrolle ein. Wenn Sie solche Mittel schon längere Zeit brauchen, setzen Sie sie nicht plötzlich ab. Sprechen Sie mit dem Arzt darüber.

Rheumamittel
Bei den einzunehmenden Mitteln ist von Togal, Tilcotil und Felden abzuraten. Sie enthalten problematische Substanzen. Bei Gelenkabnützung schalten diese Mittel Schmerz als Warnsignal aus, was die Gelenk überlasten kann.
Rheumasalben gibt es in über 100 verschiedenen Marken. Wärmende Salben können mit Massage lindernd wirken. Bei Entzündungen keine wärmenden Salben verwenden! Die Wirksamkeit hängt nicht vom Preis ab. Statt Salben können auch Bäder oder Umschläge helfen.

Abführmittel
Einseitige Ernährung ohne genügend Ballaststoffe, fehlende Bewegung und Stress können zu Verstopfung führen. Es gibt zwei Arten von Abführmitteln. Die einen quellen auf (Kleie, Leinsamen und Produkte auf ähnlicher Basis) und regen dadurch den Darm an. Sie sind harmlos und brauchen genügend Flüssigkeit, um wirken zu können. Die anderen reizen den Darm und sind daher problematisch. Zu diesen gehören Produkte wie Agarol, Dulcolax, Agiolax, Laxiplant und Midro-Tee. Auch «natürliche» Abführtees aus Heilpflanzen sind nicht harmlos. Wenden Sie solche Produkte niemals längere Zeit an!

Anregungs- und Stärkungsmittel
Häufige Marken: Dynamisan, Tonoglutal, Vigoran, Kawaform, Bio-Logos, Biosprint, Biovital usw.
Die Wirkstoffe dieser Mittel sind mit einer gesunden Ernährung billiger zu haben. Dynamisan forte z.B. enthält pro Ampulle 2,8 g Arginin und 2,2 g Aspartat. Schon 100 g Erdnüsse, aber auch Vollkornbrot oder Eier enthalten mehr von diesen Wirkstoffen.

Medikamente im Alter
Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche, rasche geistige und körperliche Erschöpfung treten im Alter oft auf. Die dagegen angepriesenen Mittel wie Sibelium, Stugeron, Hydergin, Sermion bringen meistens keinen echten Nutzen, verursachen aber sehr oft unerwünschte Nebenwirkungen. Auch rein pflanzliche, rezeptfrei erhältliche Präparate wie Valverde Vitaldragées, Ginkovit, Aktivkapseln, Alligoa, Arterioforce usw. halten einer nüchternen Beurteilung nicht stand. Im Alter ist die Aufnahme von Vitaminen und Mineralsalzen nicht verringert. Ein erhöhter Vitaminbedarf ist ebenfalls nicht nachgewiesen. Teure Produkte wie Geriavit Pharmaton sind also eine Geldverschwendung, wenn man sich ausgewogen und vielseitig ernährt. Gegen Beschwerden gibt es gute und wirksame Mittel. Solche Präparate, wenn vom Arzt verordnet, sollten Sie regelmässig nehmen. Fragen Sie jedoch von Zeit zu Zeit nach, ob alle Mittel noch nötig sind.

Vitaminpräparate
Multivitaminpräparate wie Biovital, Supradyn, Gariavit, Demovit, Gevral, Maxivit, Nestrovit, Oranol usw. können zwar nicht schaden. Doch für das Geld, das diese teuren Präparate kostet, kaufen Sie besser vollwertige Nahrung. Bei ausgewogener, vollwertiger Ernährung sind Vitaminpräparate überflüssig.

Die Preise
Qualität hat ihren Preis. Ein Medikament soll deshalb nicht einfach möglichst billig sein. Doch wo liegt der faire Preis? Eine Firma darf ein neu entwickeltes Präparat 20 Jahre lang exklusiv verkaufen. Dann läuft das Patent ab, und andere Firmen können unter anderen Namen dasselbe Medikament anbieten. Solche Nachahmerpräparate nennt man Generika. Sie sind meistens 25 bis 50 Prozent billiger als das entsprechende Originalpräparat. Generika sind genau so wirksam wie Originalpräparate, auch wenn gewisse Hersteller das Gegenteil behaupten. Auch Generika kommen erst auf den Markt, wenn sie die gesetzlich vorgeschriebenen klinischen Tests bestanden haben. Verlangen Sie in der Apotheke nicht nur das bekannte Markenprodukt, sondern erkundigen Sie sich nach günstigeren Mitteln mit derselben Wirkung. So helfen Sie der EVIDENZIA Kosten sparen.

© Christian Bachmann

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