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Wechseljahre des Mannes






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Christian Bachmann

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Lange haben Experten darum gestritten. Heute ist klar, dass es sie gibt und was sie bewirken. Allerdings ist vieles ganz anders als bei der Frau.

Gibt es sie oder gibt es sie nicht? Falls Experten sich heute noch darüber streiten sollten, dann reden sie kaum von der selben Sache. Ein plötzlicher Wechsel im Hormonhaushalt, wie ihn jede Frau im fünften oder sechsten Jahrzehnt ihres Lebens durchmacht, kommt beim Mann tatsächlich nicht vor. Trotzdem gibt es die Wechseljahre des Mannes. Sie haben sogar einen wissenschaftlichen Namen: Klimakterium virile.

Schleichender Hormonmangel

Die Wechseljahre des Mannes beginnen, meist unbemerkt, schon etwa vom vierzigsten Lebensjahr an. Ab diesem Alter produzieren die Hoden jedes Jahr etwa ein Prozent weniger von dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron. Dieses fördert die Lust auf Sex und auf andere aktive Taten, den Aufbau von Muskeln und Knochen, die Spannkraft der Haut, die Färbung der Haare und viele andere Funktionen des Körpers.

Das Testosteron ist das wichtigste, aber nicht das einzige Hormon, das im Lauf der männlichen Wechseljahre zurückgeht. Weil der männliche Körper diese Hormone nur langsam abbaut, treten die Symptome ebenfalls allmählich mit der Zeit auf: Man fühlt sich müde und antriebslos, kann sich schlecht konzentrieren, schläft schlecht, ist oft traurig und reizbar, leidet unter Schweissausbrüchen. Im Sport lassen Kraft und Ausdauer nach, an Stelle der verlorenen Muskelmasse tritt das Fett, wobei sich dieses vor allem am Bauch ansammelt. Oft nimmt die Lust auf Sex ab, und die Erektionen werden weniger stark. Eigentliche Erektionsstörungen sind aber kein typisches Zeichen der männlichen Wechseljahre, sondern haben andere Ursachen, denen oft eine organische Krankheit zu Grunde liegt.

Kein Schicksal

Zwar lässt sich der Abbau des Testosterons nicht aufhalten; er ist eine normale Sache des Alters und keine Krankheit. Doch es gibt vieles, was man tun kann, damit sich der Abbau in Grenzen hält. Am wichtigsten ist zweifellos, sich möglichst viel zu bewegen und sexuell ein aktives Leben zu führen. Hormone sind nämlich keine Einbahnstrassen. Sie ermöglichen nicht nur bestimmte Lebensvorgänge, sondern werden umgekehrt von diesen angeregt.
Günstig auf die Hormonproduktion wirken regelmässiges Ausdauertraining zum Beispiel Walking, Jogging, Schwimmen, Radfahren oder Rudern und Krafttraining. Sport stärkt nicht nur die Muskeln und die inneren Organe, sondern wirkt auch gegen Depressionen, Lustlosigkeit und nachlassende Leistungen am Arbeitsplatz.

Hormonkiller und Altersbremsen

Einer der grössten vermeidbaren Hormonkiller ist Tabakrauch. Wer seine Wechseljahre hinauszögern will, sollte nicht (mehr) rauchen und darauf achten, sich nicht oft in verrauchten Räumen aufzuhalten, denn auch Passivrauchen beschleunigt das Altern. Alkohol, zum Beispiel in Form von Wein, wirkt sich nicht negativ aus, solange man seinen Konsum auf etwa ein Glas pro Tag beschränkt. Meiden sollte man auch tierische Fette.

Sehr wichtig ist eine vielfältige, ausgewogene Ernährung mit ausreichend tierischen und pflanzlichen Eiweissen, mit den Vitaminen A, C und E, mit viel Gemüse und frischen Früchten und möglichst hochwertigen Produkten ohne Rückstände von Pestiziden, Hormonen oder Antibiotika. Gemüse und Früchte enthalten ausser Vitaminen und Mineralstoffen auch viel Antioxidantien. Das sind Substanzen, die mithelfen, das Altern und damit auch den Abbau des Testosterons zu verlangsamen.

Doping schadet

Doch zu viel von diesem Hormon, etwa durch Doping, kann schwere Schäden verursachen. Nur der Arzt kann entscheiden, ob ein Hormonmangel vorliegt und ob dieser behandelt werden sollte.

© Christian Bachmann

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